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Geschichtsunterricht pur

 

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Sally Perel berichtet über seine Vergangenheit

als „jüdischer Hitlerjunge“

Schon nach wenigen Minuten war es mucksmäuschenstill in der vollbesetzten Mensa der KGS. Da hatte Sally Perel die jungen Zuhörer mit seiner Erzählung schon in seinen Bann geschlagen. Das war „Geschichtsunterricht pur“. Wer konnte den Jugendlichen besser das Leben und die Verfolgung der Juden im nationalsozialistischen Deutschland vor Augen führen, als ein Verfolgter selbst. Dabei war auch für die anwesenden Lehrkräfte völlig verblüffend, wie es dem 89jährigen Sally Perel gelang, seine Zuhörer mit seinen Schilderungen zu berühren. Perel ist einer der ganz wenigen noch lebenden Zeitzeugen, der den Holocaust als Jude überlebt hat. Seine „Über-Lebensgeschichte“ ist ungewöhnlich und berührend zugleich: Wie er als Kind den „endgültigen Abschied“ von seinen Eltern erlebte, ihre letzten Worte, seine ständige Angst, als Jude entdeckt zu werden und sein Leben als jüdischer Hitlerjunge, der in dieser Zeit immer gezwungen war, seine wahre Herkunft und seinen Glauben zu verleugnen, das ging allen Zuhörern sichtlich nahe. Dabei schaffte es Perel immer wieder, diese bedrückenden Teile seiner Erzählung durch humorvolle Elemente zu ergänzen und mit seiner  Persönlichkeit und dem ihm eigenen Charme die Jugendlichen zu erreichen. Sally Perels Aufforderung an die jungen Zuhörer, nach der Begegnung mit ihm selbst in der Zukunft auch zu „Zeitzeugen“ zu werden, seine Geschichte weiter zu erzählen und mit Engagement allen Formen von Rassismus zu begegnen, fiel auf fruchtbaren Boden. Er zeigte sich begeistert davon, dass die KGS die Aktion „Schule ohne Rassismus -  Schule mit Courage“ aktiv unterstützt.

 

Sally Perel bei seinem Vortrag

 

Am Schluss der Veranstaltung wollte die Schlange derjenigen nicht enden, die sein Buch „Ich war Hitlerjunge Salomon“ signieren lassen und ein paar Worte mit ihm wechseln wollten.

 

aufmerksame Zuhörer
Sally Perel kündigte an, gern wieder zu kommen, wenn er eingeladen wird!
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1. Preis

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Deutscher Arbeitgeberpreis für Bildung 2013

 

Viele haben mit ihrer Arbeit und mit ihrem Engagement dazu beigetragen, dass die KGS Neustadt in Berlin den „Arbeitgeberpreis für Bildung 2013“ erhalten hat. Stellvertretend für alle erfolgreichen Projekte, Maßnahmen und Angebote, die seit Jahren zum Gesamtkonzept der Schule gehören, stehen die auf dem Foto abgebildeten Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Mitarbeiter der KGS.  

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KGS Neustadt erneut für herausragende Leistungen  ausgezeichnet
Arbeitergeberpreis für Bildung  „Bildungsgerechtigkeit sichern – Übergänge aktiv gestalten“

 

Im Rahmen des Deutschen Arbeitergebertages in Berlin wurde die KGS Neustadt am 19.11.2013 erneut für ihren Beitrag zur Entfaltung und Durchlässigkeit der Bildungswege ausgezeichnet.

„Bildung ist unsere wichtigste Ressource. Von guter Bildung hängen nicht nur die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit der Wirtschaft, sondern auch die persönliche Entwicklung jedes Einzelnen sowie der Wohlstand unserer Gesellschaft ab. Eine besondere Verantwortung tragen diejenigen, die tagtäglich in  Bildungseinrichtungen wertvolle Arbeit leisten“, erklärte BDA-Vizepräsident Dr. Gerhard F. Braun.

 

Foto v.l. Herwig Dowerk, Martina Klemke, Ulla Bruhnke, Markus Lecke

 

Die Schule hat ein umfassendes Konzept für alle Übergänge in und aus der Schule entwickelt – dieses reicht von der Aufnahme der Kinder in Klasse 5 über die Weiterentwicklung in der Schullaufbahn und den Übergang in die Oberstufe bis hin zur Berufs- und Studienorientierung. Dabei geht die kooperative Gesamtschule sehr systematisch und strukturiert vor und erreicht große Nachhaltigkeit. Das Übergangskonzept für schwächere Schüler in die Ausbildung ist als „Neustädter Modell“ mittlerweile Vorbild für weitere Schulen in Niedersachsen. Jedes Kind wird mit dem Potenzial angenommen, das es mitbringt, individuell gefördert und zum bestmöglichen Abschluss geführt – bei 1.600 Schülerinnen und Schülern ist dies eine beachtliche Leistung der Schule.

Die Kooperationen mit den Grundschulen einerseits und mit den berufsbildenden Schulen andererseits sind intensiv und organisatorisch fest verankert. Die individuelle Lernentwicklung der Schülerinnen und Schüler wird systematisch dokumentiert und gezielt weiter gefördert. Innerhalb der Schule wird der Übergang in die gymnasiale Oberstufe nach dem Realschulabschluss aktiv unterstützt. Alle Maßnahmen werden evaluiert und qualitativ abgesichert.

(Quelle: BDA)

 

Der Bundespräsident ehrt die Preisträger

 

(Zit)


 

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„Gleichaltrige haben großen Einfluss aufeinander, gemeinsame Lebenswelten prägen die Entwicklung. Die Positive Peerkultur baut auf die Erfahrung von Zugehörigkeit, von Verständnis und Gemeinschaft unter Gleichaltrigen.“ Günther Opp, 2006 

Alle arbeiten ihren Bedürfnissen entsprechend

 

Inklusion an der KGS – Kinder stärken Kinder

Die gemeinsame Beschulung von behinderten und nicht behinderten Kindern ist seit Beginn des Schuljahres 2013/14 Aufgabe aller niedersächsischen Schulen. An der KGS gehört sie bereits seit 2012 zum Schulalltag. Vor einem Jahr wurden fünf Kinder mit besonderem Förderbedarf in eine Realschulklasse aufgenommen. Schüler, Lehrer und Eltern machten im zurückliegenden Schuljahr insbesondere wegen der Unterstützung durch zwei Förderschullehrkräfte sehr positive Erfahrungen im Unterricht der Inklusionsklasse. Alle Kinder dieser Klasse arbeiten weitgehend gemeinsam an gleichen Themen, allerdings mit unterschiedlichen Anforderungen und Aufgaben. Von der intensiven Betreuung der Schülerinnen und Schüler profitieren nicht nur die Kinder mit Förderbedarf sondern alle. Darüber hinaus ist die Inklusionsklasse deutlich kleiner als die übrigen Klassen des Jahrgangs, da die Schüler mit Förderbedarf doppelt gezählt werden. Auch das verbessert die Betreuungssituation für alle.

Mit Beginn dieses Schuljahres ist nun eine neue Inklusionsklasse im Gymnasialzweig der KGS gestartet. Intensive Gespräche mit den abgebenden Grundschulen und den Erziehungsberechtigten der fünf Kinder mit besonderem Förderbedarf gingen der Bildung dieser Klasse voraus. Das zuständige Lehrerteam hat sich bewusst für die Arbeit in dieser Inklusionsklasse entschieden und arbeitet mit Unterstützung von zwei Förderschullehrkräften intensiv zusammen.  

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gegenseitige Unterstützung

 

Das sagt Isabell Wonerow, seit einem Jahr eine der beiden Klassenlehrerinnen der Inklusionsklasse:
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Die Arbeit in der Integrationsklasse hat ...
... mich den Begriff ‚Differenzierung’ noch einmal völlig neu denken lassen.
... den Schülerinnen und Schülern ein noch individuelleres Lernen ermöglicht.
... ein besonders soziales Verhalten innerhalb der Klassengemeinschaft gefördert.
... durch das gemeinsame Unterrichten mit einer zweiten Lehrkraft meinen Horizont erweitert.
... einfach großen Spaß gemacht.

Die Arbeit hat aber auch ...
            ... viel Kraft und Zeit gekostet.

Ines Zemkalis, Förderschullehrerin der KGS:

"Als Förderschullehrerin in einer Integrations- und Inklusionsklasse an der KGS Neustadt bin ich auf eine gute Kooperation mit den Fach- und Bezugslehrern der Klassen angewiesen, damit wir allen Schülerinnen und Schülern gerecht werden können. Ich habe hier das Glück, dass ich mit Kollegen arbeiten kann, die in das Gelingen verliebt sind und sich offen den neuen Herausforderungen stellen. Wir verstehen dabei den Inklusiven Gedanken als Weg, den wir in der Zukunft gemeinsam gehen werden.

Unser Ansatz ist dabei, dass wir die positive Lernkultur der Schülerinnen und Schülern untereinander im Unterricht nutzen. Der Unterricht und die Vorbereitung unterscheiden sich in vielen Phasen vom gewohnten Vorgehen des Lehreralltags. Der gemeinsame Unterricht muss gut geplant und abgesprochen sein. Viel von unserer täglichen Arbeit besteht dabei jedoch auch immer wieder aus "lerning by doing". Manche Situationen kann man nicht planen. Einige Überlegungen zeigen sich bei der Durchführung dann als nicht notwendig- und so lernen auch wir immer wieder unsere Kompetenzen zu nutzen oder eben auch neue zu entwickeln. 

Wir unterrichten die Klassen zum Teil gemeinsam als Team und  in den verschiedenen Lernphasen auch mit einzelnen Lerngruppen. An der KGS Neustadt stehen dafür zwei "Forscherräume" zur Verfügung. Dies sind kleinere Arbeitsräume, in denen man mit Kleingruppen arbeiten kann. Diese Räume sind zusätzlich mit Lernmaterialien ausgestattet, die ALLE Schülerinnen und Schülern der Klasse nutzen können und dies auch tun. Wir arbeiten mit den verschiedenen Lerngruppen auch in unterschiedlichen Zusammensetzungen, d.h., dass nicht immer nur die Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf dort lernen. Genauso oft arbeiten dort leistungsgemischte Gruppen. Auch hier nutzen wir den Ansatz der positiven Peercultur, sprich: Kinder stärken Kinder. Mit diesem Ansatz haben wir bisher gute Erfahrungen gemacht und uns auch immer wieder überraschen lassen, von dem, was am Wegesrand der Inklusion so blüht."

Auf die Frage „Was gefällt euch an eurer Integrationsklasse gut?“ antworteten Schülerinnen und Schüler dieser Klasse z.B. Folgendes:

- …, dass wir mehr Lehrer haben.
- Man merkt gar keinen Unterschied zu einer anderen Klasse.

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Wenn man Lernschwächen hat und in manchen Fächern nicht so gut ist, wird einem geholfen. (Integrationskind, zieldifferent)

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Man lernt andere Leute zu verstehen. Ich dachte am Anfang, dass sie irgendwie nichts im Kopf haben, aber wenn ich nicht in dieser Klasse wäre, wüsste ich nicht, dass sie so schlau sind.

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Mir gefällt, dass alle akzeptiert werden, man alle Probleme löst, dass alle zusammenarbeiten und jeder jedem hilft.

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…, dass alle so nett und hilfsbereit sind.

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…, dass jeder gleich behandelt wird und dass man nicht aufgrund irgendeines Unterschieds zur Allgemeinheit benachteiligt wird. (Integrationskind, zielgleich)

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Mir fällt nichts zu Integration ein. (Integrationskind, zieldifferent)

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Integration bedeutet für mich eine ganz normale Klasse.


 
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